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Sprachwissenschaftliche Untersuchungen zum Klagspiegel Conrad Heydens (1436) und zum Laienspiegel Ulrich Tenglers (1509)


Das Forschungsvorhaben ist interdisziplinär angelegt. Dabei werden zwei Rechtsbücher des 15. und 16. Jahrhunderts (Klagspiegel und Laienspiegel) hinsichtlich ihrer sprachlichen Besonderheiten und ihrer Auswirkungen auf die Rezeptionsgeschichte des römischen Rechts in Deutschland untersucht. Beide Texte sollen hierfür linguistisch und semantisch annotiert werden, um eine empirische Datenbasis für die Analyse der Texte zu schaffen. Fernziel ist die Erstellung eines frühneuhochdeutschen Rechtskorpus, das anderen Forschern zur Verfügung gestellt werden soll.

Beide Rechtsbücher, welche im oberdeutschen Sprachgebiet entstanden, gelten in der rechtshistorischen Literatur als Wegbereiter der praktischen Rezeption des römischen Rechts in Deutschland. Ihre Bedeutung wird mit ihrer einfachen und klaren Sprache begründet.

      Bedeutet dies einfache Syntax? Kurze Sätze? Parataktische Satzkonstruktionen?

      Wie werden Fachtermini und Fremdwörter aus dem Lateinischen ins Deutsche übertragen?

      Wie bildhaft und formelhaft ist die Sprache?

      Welche überregionalen Ausgleichstendenzen zeigen sich, die eine Verständlichkeit über das oberdeutsche Sprachgebiet hinaus gewährleisten?

      Wie lässt sich die neue Textsorte, die beide Rechtsbücher begründen, beschreiben?

Die besondere Bedeutung des Klagspiegels und des Laienspiegels für die weitere Rechtsentwicklung in Deutschland im Allgemeinen und für die Etablierung des römischen Rechts in der Rechtspraxis im Besonderen wurde von der Wissenschaft erst in den letzten Jahren erkannt. In Bezug auf die Erforschung der Texte besteht ein erheblicher Nachholbedarf. Ein vordringliches Desiderat sind sprachwissenschaftliche Untersuchungen, da sich bisher fast ausschließlich Rechtshistoriker, also Juristen, mit diesen Schriften auseinandergesetzt haben. Da Recht aber durch Sprache vermittelt wurde und wird, müssen sich rechtshistorische und sprachwissenschaftliche Forschungen ergänzen, so wie dies bei anderen Rechtstexten, beispielsweise dem Sachsenspiegel, der Fall ist.

 


Letzte Projektvorstellungen mit Poster zum Thema:

DH-Toolvergleich im Hinblick auf historische Sprachstufen

(Gemeinsam mit Henry Seidel, HU Berlin)

26.03.-02.04.2018 DHd-Tagung in Köln


Das Tool LAKomp und seine Anwendung auf Texte nichtstandardisierter Sprachstufen

(Gemeinsam mit Sylwia Kösser, MLU Halle)

07.-11.03.2016 DHd-Tagung in Leipzig